OK-I-DO-KI
Zwei Töne nebeneinander bewerten
Lies beide Fassungen nebeneinander und wähle die Beobachtungen aus, die dir auffallen. Sortiere danach sechs Tabelleneinträge: Welche sind mit einer echten Textstelle belegt, welche bleiben zu allgemein? Entscheide dann, welche einzelne Formulierung den Unterschied am stärksten trägt. Fülle zum Schluss deine Vergleichstabelle mit drei belegten Unterschieden aus.
0 von 4 Schritten erledigt
Schnappibereit
Du hast jetzt zwei Ton-Paare erzeugt. Jetzt lernst du, sie zu beurteilen – und zwar so, dass deine Beurteilung etwas wert ist. Der Unterschied zwischen „klingt irgendwie netter“ und „hier steht ‚Hey‘ statt ‚Guten Tag‘“ ist genau der Unterschied zwischen einem Gefühl und einem Beleg. Ab jetzt belegst du.
Bevor du loslegst
SicherheitshinweisAchte beim Vergleichen auf eine Sache, die leicht untergeht: Keine der beiden Fassungen darf so tun, als spreche eine bestimmte reale Person. Du bewertest den Ton – nicht eine vorgetäuschte Identität. Eine förmliche Fassung mit fremder Unterschrift ist kein besserer Ton, sondern ein anderes Problem.
Deine DatenDu bewertest hier nur Texte, keine Menschen. In den Beispielfassungen stehen ausschließlich Rollen und Platzhalter. Wenn du deine eigenen Fassungen danebenlegst, prüfe kurz, ob dort echte Namen hineingerutscht sind – die kannst du jetzt noch durch eine Rolle ersetzen.
Beide Fassungen nebeneinander
Lies beide Fassungen in Ruhe – sie melden denselben Schaden. Suche danach die Beobachtung aus, die dir am stärksten auffällt. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch.
Fassung A – an die Mitbewohnerin
„Hey, kurze Info: Der Wasserhahn im Bad tropft seit gestern. Ich schreib der Hausverwaltung, wollte dir nur Bescheid sagen. Bis später!“
Fassung B – an die Hausverwaltung
„Guten Tag, ich möchte Ihnen mitteilen, dass der Wasserhahn im Badezimmer meiner Wohnung seit gestern tropft. Ich bitte Sie, den Schaden beheben zu lassen. Vielen Dank und freundliche Grüße“
Was ist dir beim Lesen aufgefallen?
Schnappibereit
Belegt oder zu allgemein?
Sechs Leute haben ihre Vergleichstabelle ausgefüllt. Drei Einträge nennen eine echte Textstelle, drei bleiben ein Gefühlsurteil. Sortiere sie – Schnappi würde bei den allgemeinen nachfragen.
- „Fassung B ist distanzierter, weil dort ‚Ihnen‘ und ‚Sie‘ steht statt ‚du‘.“RichtigNoch einmal
- „Fassung A klingt einfach netter.“RichtigNoch einmal
- „Fassung A wirkt vertraut, weil sie mit ‚Hey‘ beginnt und mit ‚Bis später!‘ endet.“RichtigNoch einmal
- „Der Stil von Fassung B ist der Kommunikationssituation angemessener.“RichtigNoch einmal
- „Fassung B ist genauer, weil dort ‚Badezimmer meiner Wohnung‘ steht und nicht nur ‚im Bad‘.“RichtigNoch einmal
- „Man merkt sofort, welche Fassung die bessere ist.“RichtigNoch einmal
Schnappibereit
Welche einzelne Formulierung trägt am meisten?
Du darfst in Fassung B nur eine einzige Stelle ändern, damit sie plötzlich zu deiner Mitbewohnerin passt. Welche Änderung dreht den Ton am stärksten?
Schnappibereit
Deine Vergleichstabelle
Drei Zeilen, drei belegte Unterschiede. Hake ab, welche du in deinem eigenen Ton-Paar wirklich mit einer Textstelle belegen kannst. Diese Tabelle wird nicht bewertet – sie gehört dir und ist die Grundlage für Mission 6.
Darum ging es gerade:
…
- Unterschied 1 – Anrede: Ich kann aus beiden Fassungen die Anrede wörtlich zitieren.
Die Anrede ist die zuverlässigste Zeile deiner Tabelle: Sie ist immer vorhanden, immer leicht zu finden und trägt den Ton stärker als jede andere Stelle.
- Unterschied 2 – Wortwahl: Ich habe ein Wortpaar gefunden, das dasselbe meint und verschieden klingt.
Solche Paare gibt es fast immer: schreiben/mitteilen, sorry/ich bedaure, kaputt/defekt. Sie sind der Beweis, dass sich nur der Ton geändert hat und nicht der Inhalt.
- Unterschied 3 – Passung: Ich kann sagen, welche Fassung zu welchem Empfänger passt und warum.
Diese Zeile trennt Beurteilung von Geschmack. „Passt zur Hausverwaltung, weil die Person mich nicht kennt“ ist eine Begründung. „Gefällt mir besser“ ist keine.
Meine Vergleichstabelle
Ich kann jetzt sagen, WO zwei Fassungen sich unterscheiden – nicht nur, DASS sie es tun.
Was dir dabei am meisten geholfen hat:
Schnappibereit
Schnappibereit
Frag mich einfach
Stufe 1 · Denkanstoß
Ein kleiner Schubs, damit du selbst weiterkommst.
Offen – frag hier zuerst.
Stufe 2 · Strategie
Ein Vorgehen, mit dem du die Aufgabe anpacken kannst.
Noch gesperrt – nutze zuerst „Stufe 1 · Denkanstoß“.
Stufe 3 · Auflösung
Die ausführliche Erklärung – erst, wenn du es selbst versucht hast.
Noch gesperrt – nutze zuerst „Stufe 2 · Strategie“. Die Auflösung wird frei, sobald du diese Mission abgeschlossen hast.
Mission geschafft!
Dein Ergebnis („Deine Vergleichstabelle") ist gespeichert.
Schnappibereit
Stark gemacht! Du hast diesen Schritt wirklich verstanden.