Spotify startet Fresh Finds Forward: Rund 10.000 Independent-Artists pro Jahr sollen zusätzliche Unterstützung erhalten

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Heinz Martin vor 6 Stunden
#246
16:9, moderner Independent-Musik-Workspace mit abstraktem Streaming-Dashboard, Studioelementen, Kopfhörern, Wellenformen und Wachstumsanzeige, farbig, kontrastreich, hochwertig, keine Markenlogos, keine echten Personen, kein Zufallstext
# Spotify startet Fresh Finds Forward: Was Independent-Künstler über Auswahl, Bewerbung und Vorteile wissen müssen Spotify baut sein Förderprogramm für unabhängige Musiker deutlich aus. Mit **Fresh Finds Forward** sollen nach Angaben des Unternehmens künftig rund **10.000 aufstrebende Independent-Künstler pro Jahr** zusätzliche Unterstützung erhalten. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um einen Platz in einer Playlist, sondern um ein zwölfmonatiges Programm mit Werkzeugen, Weiterbildung, Community-Angeboten und verschiedenen Partnerleistungen. Interessant ist dabei vor allem eine Frage, die bei der ersten Ankündigung schnell untergeht: **Kann man sich dafür eigentlich bewerben? Und gilt das Ganze auch für Künstler aus Deutschland und Europa?** Die kurze Antwort: Fresh Finds Forward ist ein **globales Programm**. Eine direkte Bewerbung für das Programm gibt es allerdings nicht. ## Was ist Fresh Finds Forward? Fresh Finds Forward baut auf Spotifys bereits seit Jahren bestehenden **Fresh-Finds-Playlists** auf. Diese werden von Spotifys internationalem Redaktionsteam kuratiert und sollen vor allem unabhängige, DIY- und noch am Anfang ihrer Karriere stehende Künstler entdecken. Nach Unternehmensangaben wurden über Fresh Finds in den vergangenen Jahren bereits mehr als **80.000 Künstler aus 127 Ländern** präsentiert. Seit 2024 sollen die Playlists mehr als **128 Millionen neue Artist-Entdeckungen** ausgelöst haben. Spotify gibt außerdem an, dass bei fast 70 Prozent der Streams innerhalb dieser Playlists ein Hörer den jeweiligen Künstler zum ersten Mal gehört habe. Mehr als die Hälfte der über Fresh Finds vorgestellten Künstler soll später außerdem in weitere redaktionelle Spotify-Playlists wie „New Music Friday“ aufgenommen worden sein. Das sind natürlich Spotify-eigene Zahlen. Sie zeigen aber, warum eine Fresh-Finds-Platzierung für kleinere Künstler durchaus interessant sein kann: Sie kann der erste größere redaktionelle Kontaktpunkt innerhalb der Plattform sein. ## Wer kann bei Fresh Finds Forward teilnehmen? Grundsätzlich können Künstler aus **allen Ländern** berücksichtigt werden. Spotify bezeichnet Fresh Finds Forward ausdrücklich als globales Programm. Wer also in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder einem anderen europäischen Land sitzt, ist nicht allein aufgrund seines Standortes ausgeschlossen. Entscheidend ist vielmehr etwas anderes: Der Künstler muss für eine der **globalen Fresh-Finds-Playlists** ausgewählt worden sein und die weiteren Teilnahmebedingungen von Spotify erfüllen. Spotify hat dabei sogar rückwirkend einen Stichtag gesetzt: Geeignete Künstler, die seit dem **1. Januar 2026** in eine Fresh-Finds-Playlist aufgenommen wurden, können für Fresh Finds Forward eingeladen werden. ## Kann man sich für Fresh Finds Forward bewerben? **Nein – jedenfalls nicht direkt.** Fresh Finds Forward ist ein **Invite-only-Programm**. Es gibt also kein Formular, in das man seine Künstlerdaten einträgt und sich anschließend für Fresh Finds Forward bewirbt. Der Weg führt stattdessen über die Fresh-Finds-Playlists. Wird ein Künstler dort aufgenommen und erfüllt die Programmbedingungen, informiert Spotify die Admin-Nutzer des jeweiligen Artist-Teams über **Spotify for Artists** über die mögliche Teilnahme. Die Teilnahme selbst ist freiwillig. ## Wie kommt man überhaupt in eine Fresh-Finds-Playlist? Hier gibt Spotify immerhin einen konkreten Ansatzpunkt. Der nach eigenen Angaben beste Weg besteht darin, einen **noch unveröffentlichten Song über Spotify for Artists für die redaktionellen Playlists zu pitchen**. Dafür muss der kommende Release zunächst vom Distributor an Spotify übermittelt worden sein. Sobald er im Bereich „Demnächst“ von Spotify for Artists erscheint, kann ein geeigneter unveröffentlichter Song über das Pitch-Formular an die Spotify-Redaktion geschickt werden. Spotify empfiehlt generell, möglichst viele sinnvolle Informationen über den Song anzugeben. Wichtig ist allerdings: **Ein Pitch garantiert keine Playlist-Aufnahme.** Auch eine bestimmte Zahl von Streams oder Followern garantiert keinen Platz bei Fresh Finds. Spotify veröffentlicht für Fresh Finds Forward keine einfache Formel nach dem Muster „10.000 monatliche Hörer plus 5.000 Follower gleich Einladung“. Die Auswahl der Fresh-Finds-Künstler bleibt eine **redaktionelle Entscheidung**. Genau das ist der entscheidende Punkt: Man kann versuchen, die Aufmerksamkeit der Redaktion auf einen Release zu lenken – die eigentliche Auswahl lässt sich aber nicht kaufen oder erzwingen. ## Was bekommen ausgewählte Künstler? Wer eingeladen wird und Fresh Finds Forward aktiviert, erhält für **zwölf Monate** Zugang zu verschiedenen Leistungen. Spotify nennt unter anderem: * früheren Zugang zu ausgewählten Spotify-Funktionen und Werkzeugen, * ein Fresh-Finds-Abzeichen im Künstlerprofil, * digitale und persönliche Veranstaltungen, * Sessions mit Spotify-Mitarbeitern, Branchenvertretern und früheren Fresh-Finds-Künstlern, * Zugang zu einer privaten Community, * Partnerangebote für Musikproduktion und Artist-Entwicklung, * zwölf Monate LANDR Studio Pro, * sechs Monate Zugang zum Splice Creator Plan, * Angebote rund um mentale Gesundheit und Wohlbefinden. Nach Angaben von Spotify gehört dazu derzeit außerdem ein sechsmonatiger Zugang zu BetterHelp. Damit versucht Spotify offensichtlich, aus einer kurzfristigen Playlist-Platzierung eine längerfristige Künstlerförderung zu machen. Und genau das unterscheidet Fresh Finds Forward von einer klassischen Playlist-Kampagne. ## Welche Vorteile gelten nur in den USA? Hier muss man genauer hinsehen. Obwohl **Fresh Finds Forward global verfügbar** ist, gelten nicht automatisch alle Vorteile weltweit. Kostenlose Studiozeit gibt es zunächst für **US-basierte Künstler**. Genannt werden unter anderem Electric Lady Studios in New York, The Lighthouse at Ocean Way Nashville und Spotify Studios in Los Angeles. Auch die Möglichkeit, sich für bestimmte Partnerschaften rund um **Tourneen oder offizielle Musikvideos** zu bewerben, soll zunächst nur einer begrenzten Zahl von Künstlern in den USA zur Verfügung stehen. Hinzu kommt ein geplantes persönliches Fresh-Finds-Treffen in Los Angeles. Spotify kündigt allerdings weitere Veranstaltungen in anderen Regionen an. Für europäische Artists bedeutet das also: **Ja, sie können an Fresh Finds Forward teilnehmen – aber einige der spektakuläreren physischen Angebote sind zunächst US-zentriert.** ## Kostet Fresh Finds Forward etwas? Nach den bisher veröffentlichten Informationen: **nein**. The Verge berichtet unter Berufung auf Spotify, dass die Teilnahme kostenlos sei und sich durch Fresh Finds Forward auch die normalen Royalty-Raten eines teilnehmenden Künstlers nicht verändern sollen. Das ist ein wichtiger Unterschied beispielsweise zu Spotifys Discovery Mode, bei dem für bestimmte durch Discovery Mode erzeugte Streams eine andere Vergütungslogik angewendet wird. Fresh Finds Forward ist dagegen als zusätzliches Förderprogramm rund um bereits von Spotify ausgewählte Künstler konzipiert. ## Bedeutet eine Fresh-Finds-Aufnahme automatisch Fresh Finds Forward? Nicht zwingend. Spotify spricht ausdrücklich von **geeigneten beziehungsweise berechtigten Künstlern**. Eine Aufnahme in eine Fresh-Finds-Playlist ist deshalb die entscheidende Voraussetzung, Spotify behält sich aber zusätzliche Programmkriterien vor. Wer ausgewählt wurde, erhält die Einladung über Spotify for Artists. Künstler sollten daher insbesondere darauf achten, dass ihr **Spotify-for-Artists-Team korrekt eingerichtet** ist und dort mindestens ein Admin vorhanden ist, der entsprechende Programmmeldungen empfangen kann. ## Kann man seine Chancen erhöhen? Eine Garantie gibt es nicht. Aber Spotify selbst liefert einige Hinweise. Wer einen kommenden Song über Spotify for Artists pitcht, sollte das Formular nicht wie eine lästige Pflicht behandeln. Genre, Stil, Stimmung, kultureller Kontext und weitere Informationen helfen der Redaktion dabei, einen Song überhaupt einzuordnen. Spotify weist ausdrücklich darauf hin: Je mehr relevante Angaben gemacht werden, desto besser kann der Release von den Editoren berücksichtigt werden. Daneben nennt Spotify einen weiteren Faktor, der eigentlich selbstverständlich klingt, aber wichtig ist: **eine echte Fanbasis aufbauen und Hörer sowohl innerhalb als auch außerhalb Spotifys aktivieren.** Damit wird eine interessante Sache deutlich. Ein Künstler sollte nicht versuchen, „für die Playlist“ Musik zu machen. Viel sinnvoller ist es, außerhalb Spotifys sichtbar zu werden und Spotify anschließend genügend Signale und Kontext zu liefern, damit die Redaktion erkennen kann, dass bei einem Projekt tatsächlich etwas passiert. TikTok, Instagram, YouTube, eigene Communities, Live-Auftritte oder User Generated Content können deshalb langfristig mindestens genauso wichtig sein wie die Spotify-Zahlen selbst. ## Meine Meinung: Starkes Programm – aber die Macht bleibt bei Spotify Ich halte Fresh Finds Forward grundsätzlich für einen sinnvollen Schritt. Gerade Independent-Künstler haben häufig nicht das Problem, dass ihnen noch eine weitere Möglichkeit zum Hochladen ihrer Musik fehlt. Davon gibt es inzwischen genug. Das eigentliche Problem beginnt danach. Produktion, Promotion, Reichweite, Musikvideos, Marketing, Kontakte und Weiterbildung kosten Geld. Wenn Spotify einen Teil seiner Infrastruktur nutzt, um ausgewählten Independent-Künstlern genau an dieser Stelle zu helfen, kann daraus tatsächlich ein Mehrwert entstehen. Man sollte das Programm trotzdem nicht größer machen, als es ist. Fresh Finds Forward löst eines der grundsätzlichen Probleme der Streamingwirtschaft nämlich nicht: **Spotify entscheidet weiterhin, wer überhaupt durch diese Tür gehen darf.** Man kann seine Musik pitchen. Man kann seine Daten verbessern. Man kann außerhalb der Plattform Reichweite aufbauen. Aber am Ende entscheidet ein Redaktionsteam, wer in Fresh Finds aufgenommen wird – und damit überhaupt die Chance auf Fresh Finds Forward erhält. Das ist Förderung, aber keine Demokratisierung. ## Der wichtigste Punkt für Independent-Künstler Für mich liegt genau hier die wichtigste Schlussfolgerung. Wer seine komplette Karriere darauf aufbaut, irgendwann von Spotify entdeckt zu werden, macht sich abhängig. Wer dagegen bereits eine eigene Community besitzt, TikTok-Reichweite aufgebaut hat, Menschen dazu bringt, Songs freiwillig zu teilen, auf YouTube präsent ist und seine Fans auch außerhalb einer einzelnen Plattform erreichen kann, befindet sich in einer völlig anderen Verhandlungsposition. Dann ist eine Fresh-Finds-Platzierung kein Rettungsring. Sie ist ein Verstärker. Und genau so sollte man Fresh Finds Forward betrachten. **Spotify nutzen? Unbedingt.** **Spotify pitchen? Natürlich.** **Versuchen, in Fresh Finds zu landen? Ebenfalls.** Aber gleichzeitig sollte jeder Independent-Künstler daran arbeiten, dass seine Karriere auch dann weitergeht, wenn ein Spotify-Editor beim nächsten Release nicht auf den Play-Button klickt. Denn die beste Playlist-Platzierung ist immer noch zusätzliche Reichweite. Die eigene Community dagegen ist das Fundament. ## Fresh Finds Forward kurz zusammengefasst **Ist Fresh Finds Forward auch für deutsche und europäische Künstler verfügbar?** Ja. Spotify bezeichnet das Programm ausdrücklich als global. **Kann man sich direkt für Fresh Finds Forward bewerben?** Nein. Das Programm funktioniert ausschließlich auf Einladung. **Wie bekommt man eine Einladung?** Man muss zunächst für eine Fresh-Finds-Playlist ausgewählt werden und die weiteren Programmkriterien erfüllen. **Wie kann ich mich für Fresh Finds präsentieren?** Spotify empfiehlt, einen kommenden unveröffentlichten Song über Spotify for Artists an die Playlist-Redaktion zu pitchen. **Garantiert ein Pitch eine Aufnahme?** Nein. Die Entscheidung liegt beim Spotify-Redaktionsteam. **Gibt es eine Mindestzahl von Streams oder Followern?** Spotify veröffentlicht für Fresh Finds Forward keine feste öffentlich bekannte Mindestgrenze dieser Art. **Wie lange läuft die Teilnahme?** Zwölf Monate. **Kostet die Teilnahme Geld?** Nach den bislang veröffentlichten Angaben nein. **Ändert sich dadurch meine Spotify-Vergütung?** Spotify zufolge nicht. **Gibt es kostenlose Studiozeit auch in Deutschland?** Aktuell nicht. Dieses Angebot richtet sich zunächst an US-basierte Künstler. **Sind Tour- und Musikvideo-Partnerschaften weltweit verfügbar?** Nicht vollständig. Entsprechende Bewerbungen sollen zunächst für eine begrenzte Zahl US-basierter Künstler angeboten werden. **Was ist also der erste praktische Schritt?** Einen kommenden Release rechtzeitig an Spotify liefern und anschließend über Spotify for Artists sauber für die Redaktion pitchen. Quellen: Spotify Newsroom – „Introducing Fresh Finds Forward: Spotify’s New Program to Champion the Next Generation of Independent Artists“ https://newsroom.spotify.com/2026-09-17/fresh-finds-forward/ Spotify for Artists Support – „Fresh Finds Forward“ https://support.spotify.com/artists/article/fresh-finds-forward/ Spotify for Artists Support – Informationen zum Pitching von Musik an Playlist-Redakteure The Verge – „Spotify’s Fresh Finds Forward gives artists free studio time and more“ https://www.theverge.com/entertainment/996505/spotify-fresh-finds-forward