
Nicht klagen - MACHEN!
Streaming & Plattformen
Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Musik
Neue Songs, Singles und Alben — frisch aus der Schnappnot-Werkstatt.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Der Teufel auf dem Saunaofen war handgroß, aus rotem Ton gebrannt, mit abgestoßenem linken Horn und einem Grinsen, das der Saunameister jeden Freitag frisch abstaubte. Fünfundzwanzig Leute saßen bereits auf den Bänken und warteten auf den Aufguss.
Zwei Becken weiter zog Schnappnot seine Bahnen. Vierundzwanzig Stück, bei zweiunddreißig Grad Luft, und niemand am Beckenrand zählte mit außer ihm selbst. Er zählte trotzdem laut, unter Wasser, was gurgelnd klang und ihn ungemein stolz machte.
Als er danach in die volle Sauna wankte, Knie weich, Ohren rauschend, sah er die Figur auf dem heißen Stein und beschloss, ihr etwas Geschäftliches mitzuteilen. Er hob die Hand wie bei einer förmlichen Absage, nannte Datum, Uhrzeit und Grund und erklärte dem Tonmännchen, dass der vereinbarte Termin von seiner Seite aus leider nicht zustande komme.
Die Bank lachte, der Aufguss zischte, Schnappnot verbeugte sich mit dem Rest seiner Kraft.
Dann drehte er sich zu den dampfenden Reihen: „Hat eigentlich jemand meine vierundzwanzig Bahnen mitgezählt?"

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Summte der Getränkekühler an der Rückwand lauter als alles andere, weil kurz vor Ladenschluss niemand mehr an den Kassen stand. Eine Bandansage bat in Abständen darum, die Ware einzeln aufzulegen. Weiter hinten rollte ein Wagen gegen ein Regal, ohne dass jemand dazugehörte.
Erst danach kam Schnappnot durch die Schiebetür: Milch holen, zahlen, nichts weiter. Unterm Arm der amtliche Bogen vom Nachmittag, sechs Zeilen ohne Punkt, dreimal verschachtelt. An der Selbstbedienungskasse wollte er ihn ein einziges Mal laut aussprechen, um ihn loszuwerden. Er kam nicht über die dritte Silbe. Das Papier knisterte, roch nach Toner, und die Kassenstimme wiederholte geduldig ihre Bitte.
Also legte er den Bogen aufs Waagenfeld und sang ihn. Erst leise, dann in vollem Ernst, die Piepser als Takt. Aus dem kurzen Einkauf wurde eine Viertelstunde, aus dem Loswerden eine Strophe, aus der Strophe ein Refrain. Die Milch blieb im Regal. Niemand unterbrach ihn, und dafür war er still dankbar.
Leer war es dort an diesem Abend nie gewesen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Auf Bahnsteig vier, kurz nach halb eins, stand eine Lattenkiste, und in der Lattenkiste saß ein Hahn. Sein Besitzer döste weit hinten auf einer Bank. Schnappnot kam von einem guten Abend zurück, die Ohren summten noch, und Übermut lässt sich nachts schlecht abstellen.
Er ging in die Hocke, klopfte zweimal an die Latten und sagte laut in die kalte Halle, was sein Großvater jeden Morgen als Erstes im Hühnerhof gesagt hatte: „Guten Morgen!" Der Hahn krähte. Ohne Zögern, ohne Rücksicht auf die Uhrzeit.
Schnappnot musste sich am Geländer festhalten vor Lachen. Dann sagte er es noch einmal, und der Hahn antwortete wieder. Beim vierten Mal klopfte Schnappnot den Takt auf den Deckel seiner Thermoskanne, beim sechsten legte er eine Melodie darüber, zwei Silben hoch, zwei zurück, und summte weiter, während das Federvieh dazwischenkrähte. Den Hof gibt es längst nicht mehr, die Hühner auch nicht. Er sang es trotzdem freundlich.
Der Zug lief um 0 Uhr 58 ein. Die Kiste wurde in den letzten Wagen getragen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Dass Schnappnot am Abend des Vereinsfests Stroh in beiden Schuhen hatte und eine Melodie im Kopf, lag an einem Handschlag von halb vier.
Bis dahin hatte Frau Kettler, dreiundachtzig, den kleinen Hof allein betrieben: vier Strohballen, ein Weidezaunband, ein Pony namens Kurti, mitten auf dem Rasen neben der Eckfahne. Sie wollte Kaffee holen. Schnappnot sagte zu und bekam eine laminierte Karte, eine Stoppuhr und die Ansage, dass Übergaben protokolliert würden.
Kurti hielt sich an nichts davon. Er stellte sich quer, knabberte an Schnappnots Ärmel und stampfte so gleichmäßig in die Späne, dass daraus ein Rhythmus wurde, dem Schnappnot zwei Stunden lang zuhörte, weil er versprochen hatte zu bleiben.
Frau Kettler kam zurück, prüfte die Stoppuhr, trug Minute und Sekunde in ein Schulheft, zweimal unterstrichen. Ordnung sei kein Spaß, sagte sie. Dann schob sie dem Pony ein halbes Brötchen zu und schrieb nichts auf.
Dann stand sie vom Klappstuhl auf, hakte sich ins Halfter und führte Kurti Runde um Runde über die Aschenbahn, ohne auf die Uhr zu sehen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„In welchem Saal hing noch mal das Bild mit dem grünen Boot?" Schnappnot fragte das nicht die Aufsicht, sondern sich selbst; er wollte den Nachmittag zurückholen, an dem vor genau diesem Bild eine Stimme eine Viertelstunde lang geredet hatte, ohne dass hinterher jemand wusste, worum es ging.
Seine Schwester Ulla reichte ihm einen Audioguide. Die Aufnahme nahm Anlauf, bog zweimal ab, kehrte mit zwei lateinischen Wörtern zurück und ließ das Boot links liegen. Schnappnot zog den Kopfhörer vom Ohr und hielt ihn Ulla hin. Sie hörte drei Sekunden zu und hob die Schultern. Genau dieses Schulterzucken hatte er gesucht.
„Ich erkläre dir in zwanzig Sekunden, worum es hier geht", versprach er. Er brauchte vier Minuten, zwei Umwege über die Nachbarwand, eine Zwischenfrage an sich selbst und das Wort „Bildraumtiefe". Ulla tippte auf ihre Armbanduhr. Schnappnot verstummte mitten im Nebensatz und prustete los, bis der alte Ärger zwischen zwei Vitrinen in lauter Unsinnssilben zerfiel.
Ulla hängte ihm den Kopfhörer zurück ans Ohr, und die Stimme darin setzte irgendwo in der Mitte wieder an.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Die ursprüngliche Idee zu diesem Text entstand bereits während eines Urlaubs im Jahr 2022. Meine Kinder saßen gerade am Handy, als sich ein alter Freund mit mir über das heutige Nutzungs- und Suchtverhalten unterhielt. Er kommentierte das Ganze ironisch mit: „Spielt doch mal wieder Cowboy und Indianer.“ Heute würde man natürlich von indigenen Völkern sprechen.
Mir fiel dabei sofort mein eigenes Lieblingsspiel aus der Kindheit ein: Verstecken. Und natürlich kam mir direkt der bekannte Reim „Eins, zwei, drei, vier Eckstein“ in den Kopf. Die Unterschiede zwischen unserer Kindheit und dem heutigen Aufwachsen mit Smartphones waren uns allen ohnehin bewusst. Daraus habe ich zunächst meine zehn wichtigsten Gedanken, Erinnerungen sowie Vor- und Nachteile herausgearbeitet.
Diese Punkte gebe ich anschließend in eine Text-KI ein und lasse mir daraus eine einfache Grundstruktur erstellen. Danach beginnt jedoch erst die eigentliche kreative Arbeit: Ich überarbeite die Aussagen, bringe die Zeilen in eine passende Struktur, entwickle Reime, ändere Formulierungen und probiere unterschiedliche Abläufe aus.
Anschließend wird eine erste musikalische Version generiert. Ab diesem Moment beginnt das große Feintuning. Schon kleinste Veränderungen im Text können dazu führen, dass die Musik-KI die Melodie, die Betonung oder sogar den gesamten Aufbau des Songs verändert. Genau dieses gezielte Ausprobieren und Steuern ist für mich ein wesentlicher Teil der künstlerischen Arbeit.
Wie viel Zeit ich für einen Song benötige, kann ich deshalb kaum pauschal sagen. Teilweise erstelle ich mehrere Hundert Musikgenerierungen, bis mich eine Version wirklich packt. Am Ende speichere ich meistens etwa zehn bis zwanzig Favoriten in einer eigenen Playlist.
Dann beginnt das Aussieben. Ich höre diese Versionen immer wieder: im Auto, in der Bahn, in den Pausen, beim Putzen, auf der Toilette oder bei anderen alltäglichen Gelegenheiten. Dabei fallen mir nach und nach kleine Fehler, sprachliche Unebenheiten, unpassende Betonungen oder Stellen auf, an denen die Melodie für mich noch nicht richtig funktioniert.
Wenn ich schließlich meine drei persönlichen Favoriten herausgefiltert habe, schicke ich sie an einen kleinen Kreis von Testhörern aus Familie, Freundeskreis und Verwandtschaft. Von ihnen erhalte ich ein erstes ehrliches Feedback dazu, welche Version am stärksten wirkt, welche Melodie im Kopf bleibt und ob es noch Stellen gibt, die sprachlich oder musikalisch nicht rund erscheinen. Dieses Feedback fließt anschließend ebenfalls in meine endgültige Auswahl und weitere Überarbeitung ein.
Manchmal reicht danach eine kleine Textänderung, und ich kann mit der vorhandenen Melodie weiterarbeiten. Manchmal wird eine komplette Version verworfen. Es kommt sogar vor, dass ich mich nach drei bis sieben Tagen Probehören und dem Feedback meiner Testhörer noch einmal völlig umentscheide und mit neuen Generierungen fast von vorne beginne.
Aus dieser Arbeitsweise sind inzwischen auch mein neues KI-Portal und die von mir selbst entwickelten Musikkarten entstanden. Im Administrationsbereich wird für jeden Song eine eigene Dokumentationsakte angelegt. Diese ist mit einem zugriffsgeschützten Dokumentenarchiv verbunden.
Dort kann ich unter anderem Textfassungen, Bearbeitungsschritte und Screenshots meiner Arbeit in den verschiedenen KI-Systemen hinterlegen. Dadurch bleibt der komplette Entstehungsprozess eines Songs dokumentiert, sodass ich meine Arbeit auch Jahre später noch nachvollziehen und belegen kann.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Am letzten Mittwoch im November war das Lied fertig, unten auf Ebene minus zwei, zwischen Stellplatz 40 und einer tropfenden Decke.
Kurz davor hatte der Beton den Refrain zweimal zurückgeworfen, und vierzehn Erwachsene, die einander nicht kannten, klopften den Offbeat auf Pappbecher, Motorhauben und ein Ersatzrad.
Davor hatte Schnappnot den Griff auf der Ukulele gefunden: Daumen abgedämpft, die Hand nur auf den Zwischenschlägen, dazu das Schlürfen der anderen als Bassfigur — dreimal probiert, beim vierten Mal saß es.
Davor knirschte die Handmühle. Jemand drehte, jemand reichte weiter, der heiße Sud lief durch den Filter, und der Duft stand so dick in der Tiefgarage, dass zwei Leute die Augen zumachten.
Und ganz am Anfang hatte der Wartungstrupp, der den Fahrstuhl wieder flottmachen sollte, seinen Werkzeugkoffer im Fahrstuhl stehen lassen. Die Wartenden schoben ihm Becher zu, hielten Taschenlampen und teilten Zucker.
Bis der Fahrstuhl wieder lief, waren es an diesem Morgen noch achtundvierzig Minuten.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Fertig eingekauft hatte Schnappnot bereits, wenn man elf zurückgelegte Aprikosen und einen leeren Korb einen Einkauf nennen wollte.
Es galt an diesem Markttag alles gleichzeitig: dass die Aprikosen reif waren; dass er sie nicht brauchte; dass die Frau hinter der Kiste eine Schürze mit Kirschen darauf trug und beim Wiegen leise mitsummte; dass sein Korb leer bleiben musste, weil er sonst keinen Grund gehabt hätte, morgen wiederzukommen; und dass er genau das keinem hätte erklären können, sich selbst am allerwenigsten.
Beim Rückwärtsgehen kippte er den halben Kistenturm um. Aprikosen rollten in alle Richtungen, unter den Tisch, in die Regenrinne, über seine Schuhe. Die Frau sah kurz hin, ohne eine einzige Augenbraue zu bewegen. »Sammeln wir morgen ein«, sagte sie und summte weiter.
Schnappnot wurde heiß im Gesicht, dann rutschte ihm ein Lachen heraus, das er nicht mehr einfangen konnte.
An der Zeltstange hing ein Holzschild: Morgen wieder frisch.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Die Buchstabensets im Materialschrank waren nicht nach Alphabet sortiert, weshalb Schnappnot abends allein im Büro vierundachtzig Ordnerrücken einzeln beklebte. Pinzette, Lineal, klebrige Fingerkuppen. Abgabe war Freitag um acht.
Beim vierzigsten Ordner sprang ihm ein winziges E von der Pinzette und klickte auf den Boden seines Glases, in dem ein Fingerbreit Whiskey aus der staubigen Jubiläumsflasche stand. Er fischte es mit dem Kugelschreiber heraus, tupfte es trocken und klebte weiter.
Beim sechzigsten passierte es wieder. Diesmal sank das E bis auf den Grund, und das Set gab keins mehr her; also schnitt er sich zwanzig Minuten lang aus einem F ein neues, das schief saß und trotzdem zählte.
Beim letzten Ordner fiel das dritte E ins Glas, und er ließ es einfach liegen. Es drehte sich langsam im Bernsteinlicht der Schreibtischlampe, und mit ihm fiel die Woche ab. Er klopfte den Takt an den Rand, summte, sang und wurde lauter, als das leere Haus es verlangte.
„Meine Damen und Herren", sagte er ins leere Büro, „das war der aufwendigste Buchstabe meines Lebens."

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Zwei Currywürste später behauptete Schnappnot an der Imbissbude am Kanal, er kenne seine Mutter auswendig. Sie stellte eine einzige Frage — wie ihr erster Chef geheißen hatte — und er riet dreimal daneben. Ihr Lachen ging über den halben Vorplatz, und ihr trockenes „Und du willst über mich singen" schickte ihn ohne Pommes nach Hause.
Danach kam er donnerstags. Mit leeren Händen, weil sie ihm jede Geschichte zweimal erzählen musste, bis sie hielt. Über zwei Winter sammelte er, was zwischen Senf und Fritteusengeräusch anfiel: das Zimmer mit der schrägen Wand, das Fahrrad ohne Licht, der Abend, an dem sie aufhörte zu weinen und stattdessen kochte.
Fragte er, wie lange sie die Bude noch machen wolle, wischte sie die Hände an der Schürze, legte eine davon kurz auf seine und sagte, sie plane grundsätzlich nur bis Samstag. Dann bestellte sie ihm nach.
Die Melodie hatte er im Bus. Auswendig konnte er sie am Ende noch weniger als an jenem ersten Abend, und genau daraus ließ sich endlich etwas singen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Frau Kettner wollte die Kommode, ihr Bruder wollte die Kommode ebenfalls, und seit einer Stunde sagten sie einander das unter dem Dachfenster in immer freundlicherem Ton.
Schnappnot hockte dazwischen auf einer Obstkiste und spürte, wie die Zeit hier oben zäher lief als unten im Treppenhaus. Er dachte an die Frau, der das alles gehört hatte, und daran, wie wenig von ihr in der Kommode steckte und wie viel im Geruch nach warmem Holz. Irgendwann würde das hier Leuten gehören, die niemanden davon gekannt hatten, und auch das war in Ordnung.
Er bat beide um Verzeihung, griff hinter sich in eine Kiste und hob einen hölzernen Butzemann heraus: spitzer Hut, Leinensäckchen über der Schulter, hinten eine Kurbel. Für den Staub entschuldigte er sich bei ihm, siezte ihn dabei und fragte, ob es genehm sei. Dann drehte er. Der Holzarm hob sich und schlug auf einen Blechdeckel.
Die beiden verhandelten weiter, nun aber im Takt, und Schnappnot zählte innerlich mit, während sein Fuß den Rest übernahm.
Tock. Tock. Tocktock-tock.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Sechzehn Uhr zwanzig, und in der Küche stand ein Krieg um zwei Wörter.
Das Kind, sechs und mit Kakaorand, hatte die Mondspieluhr vom Fensterbrett geholt, gedreht, bis sie klemmte, und wollte sich trotzdem nicht hinlegen. Schnappnot deckte die Bank mit einer Decke und sagte aus alter Gewohnheit den Gruß, der beides zusammenbindet: guten Abend, gute Nacht.
„Falsch", sagte das Kind. „Die Sonne ist noch da."
Schnappnot bot Verhandlungen an. Guten Spätnachmittag? Abgelehnt. Rollladen halb runter, damit die Behauptung wenigstens stimmt? Abgelehnt, aus Prinzip. Zwanzig Minuten lang verteidigte ein Sechsjähriger die Tageszeit wie eine Grenze.
Dann sagte Schnappnot, so schlimm sei Dunkelheit doch nicht, und die Ohren des Kindes wurden rot. Es ging nie um Uhrzeiten.
Also entschuldigte er sich, wie er es konnte: Er nahm die klemmende Spieluhr, sang die Melodie da weiter, wo sie abbrach, klopfte einen weichen Takt gegen das Tischbein und legte beide Grüße untereinander, einen für hell, einen für dunkel.
Das Kind hörte lange zu. Dann fragte es, ohne die Augen aufzumachen: „Und wer passt auf, wenn ich sie zumache?"

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Ich schreibe jetzt ein Frühstückslied, und zwar allein", sagte Schnappnot, und das mit dem Allein glaubte ich ihm sofort.
Wir warteten seit halb fünf im Flur der Station drei, gut zwanzig Angehörige auf verschraubten Stühlen, jeder mit einer Tür, hinter der jemand schlief. Um Viertel nach sechs rollte der Frühstückswagen aus dem Aufzug, und der ganze Gang roch nach Filterkaffee und warmen Brötchen. Schnappnot nahm sich ein Marmeladentöpfchen, drehte es zwischen den Fingern und begann, mit dem Deckel gegen das Geländer zu klopfen. Erst zwei Silben. Dann drei.
Nach der dritten Runde sang die Frau neben mir mit, dann der Pfleger, dann die halbe Etage. Man muss dazusagen: In einem Krankenhausflur um sechs Uhr singt normalerweise niemand. Schnappnot fand das nicht weiter erwähnenswert, er meinte nur, das Blech trage gut.
Als der Wagen weiterrollte, hielten dreißig Leute ein Brötchen in der Hand und keiner biss ab. Allein war an diesem Morgen niemand mehr, er am allerwenigsten.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.


Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Räumen sollte er den Kellerproberaum bis Ende August, und bis dahin, so stand es im Schreiben der Verwaltung, möge er endlich weißen Rauch aufsteigen lassen und eine Entscheidung verkünden.
Schnappnot brachte kein Wort heraus. Nicht am Telefon, nicht an der Tür, sechs Wochen lang nicht. Stattdessen lieh er sich eine Nebelmaschine aus dem Gemeindesaal und stellte sie ins Kellerfenster. Jeden Donnerstagabend quoll es milchig und süßlich warm den Lichtschacht hinauf, wo es sich in der Abendsonne rosa färbte, und jeden Donnerstagabend sang er hinein, was er nicht sagen konnte.
Publikum gab es eines: den grauen Kater aus dem Hinterhof, der seit Jahren auf dem Bassverstärker schlief. Er nieste bei jedem Stoß, blieb aber. Manchmal wippte seine Schwanzspitze im Takt, was Schnappnot als Vertragsverlängerung wertete. In der vierten Woche stand der Refrain, in der sechsten der Hall darauf. Oben blieb es still — mit so viel Nebel hatte offenbar niemand gerechnet.
Dann streckte sich der Kater, stieg durch die milchige Wolke die Kellertreppe hinauf und ging hinaus in den Hochsommerabend.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Die Thermoskanne war grün, verbeult und roch innen stärker nach Kaffee, als je Kaffee darin gewesen war.
Erster Anlauf: zwei Runden auf dem Waldlehrpfad, weil er beim Aufwachen beschlossen hatte, so etwas könne er noch. Zweiter Anlauf: Station sieben, Klimmzugstange, und hinter den Buchen schepperte aus einem Lautsprecher ein Offbeat, den niemand für ihn angemeldet hatte. Dritter Anlauf: bergauf, weil bergauf angeblich Kopfsache ist.
Auf einem Baumstumpf goss er sich mit zitternden Fingern ein und stellte fest, die Zwischenbetankung sei genehmigt: Bedarf offenkundig, Vorräte vorhanden, Widerspruchsfrist abgelaufen. Der Dampf zog ihm warm ins Gesicht. Vom Freibad her sagte eine Lautsprecherstimme etwas über Liegewiese und Schließzeit, dazwischen lief weiter dieser Takt, und irgendwo bellte ein Hund passend hinein.
Vierter Anlauf: Er lief die letzte Runde mit dem vollen Becher in der Hand, summte das Ding mit, das ihm seit Station sieben im Kopf saß, und verschüttete die Hälfte über sein Handgelenk. Bis zum Parkplatz hatte er die Melodie beisammen. Das Handgelenk war rot, die Kanne leer, und der Rückweg dauerte länger als der Hinweg.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Am hinteren Ende der Festmeile, wo der Fettdampf der Imbissbude in die Papiergirlanden zog, hing eine emaillierte Tafel: zwei krakelig gepinselte Worte, Murphy's Law, darunter eine Kreidespalte voller Striche.
Schnappnot hatte einen dieser Tage gehabt, an denen alles glückte, und gab aus Übermut eine Runde für die ganze Bude aus. Der Wirt, weit über achtzig und trotzdem der Schnellste an der Fritteuse, zog die Augenbrauen hoch und griff nach der Kreide.
Der erste Strich kam, als die Zapfanlage nur Schaum lieferte. Der zweite, als das Kartengerät kein Netz fand. Der dritte, als Schnappnots Bargeld im Senfeimer landete. Beim vierten wollte er endlich sagen, wie gern er hier seit Jahren stehe — die Blaskapelle setzte ein und schluckte jedes Wort.
Vier Striche, ein Querstrich, dazu die Blechbläser: Schnappnot klopfte den Takt auf die Theke, brummte etwas Dreisilbiges dazu und tat, als hätte er nichts gesagt.
Der Alte wischte die Hand an der Schürze ab, setzte die Kreide an und wartete.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Bevor Schnappnot an diesem Julinachmittag durch das Gartentor trat, war in der Laube längst alles bereit: eine summende Gefriertruhe, ein Küchenradio auf der Fensterbank, neun Wassereis in bunten Plastikschläuchen und Tante Ruth, die auf dem Klappstuhl saß und ihn seit Mai an sein Versprechen erinnerte.
Ein Lied zur Einweihung der Truhe, hatte sie verlangt, sonst gebe es keinen Kuchen. Also hielt Schnappnot vor dem Gerät eine Ansprache wie ein Werftdirektor, schwang statt einer Sektflasche ein steinhartes Waldmeistereis gegen die Kante und taufte die Truhe damit feierlich. Das Eis splitterte, roch nach Kindergeburtstag und klebte grün an seinen Fingern. Tante Ruth klatschte zweimal.
Dann fiel der Deckel zu, genau zwischen zwei Schläge aus dem Radio. Schnappnot horchte, ließ ihn noch einmal fallen, klopfte den Stiel dazu und war den ganzen Nachmittag unbescheiden stolz auf diesen einen versetzten Schlag, den außer ihm niemand bemerkte. Tante Ruth wippte trotzdem mit dem Fuß, während ihr die halbe Erdbeerkugel auf den Schuh tropfte.
Um 18 Uhr 12 lagen neun leere Hüllen in der Gießkanne.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Am dreizehnten Juli trug Schnappnot einen Zweiertakt nach Hause, den er nicht bestellt hatte und der trotzdem drei Tage blieb.
Begonnen hatte es zehn nach sieben im Wartegang des Amtes, Nummer vierzehn. Neben ihm auf der Bank lag seine braune Mappe mit dem Gummiband, in der seit Wochen alles steckte, was ihn nachts wachhielt. Er klopfte ihr auf den Deckel und begrüßte sie freundlich, wie Gäste, die zu früh klingeln.
Der Mann am anderen Ende der Bank grüßte zurück, weil er sich gemeint fühlte. Schnappnot holte die Ukulele heraus. „Den Wechsel spiel ich blind", kündigte er an, schloss die Augen, griff und traf einen Akkord, den es nirgends gibt.
Er versuchte es im Sitzen, dazu ein Klopfen mit dem Absatz: zwei Schläge, dann zwei, ein Takt, wie man ihn rührt. Genau so hatte er ihn mit fünfzehn geübt, als Morgen noch keinem Termin gehörten. Der Griff saß nicht. Der Rhythmus umso besser.
Der Mann stand auf, weil seine Nummer aufgerufen wurde, und sagte: „Machen Sie das noch mal. Aber ohne die Ansage vorher."

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Hört ihr das auch, oder liegt das an mir?" fragte Schnappnot die Nachbarn, die in Hausschuhen um den Heizkessel standen.
„Das ist die Pumpe."
„Das ist ein Offbeat. Zwei und vier. Sauber gespielt, seit Jahrzehnten."
„Es ist eine Pumpe."
„Ich suche etwas", sagte er und legte das Ohr ans warme Rohr. „Als Kind durfte ich hier unten liegen bleiben, wenn oben geräumt wurde. Jemand hat immer gesagt: Lasst ihn, der kommt schon noch hoch."
„Und das willst du jetzt nachmessen?"
„Mit Stoppuhr." Er zählte viermal laut mit. „Achtundsiebzig Komma vier. Kein Zufall. Haltung."
An der wärmsten Stelle lag der dicke Hund aus dem zweiten Stock, mehr Schwein als Hund, und schlug im Schlaf den Schwanz gegen das Rohr. Genau auf zwei. Genau auf vier.
„Der pennt", sagte jemand aus der Gruppe.
„Der begleitet", sagte Schnappnot. „Reggae. Der konnte das schon damals."
Er blieb, bis alle oben waren, und sagte leise danke, ohne zu erklären, wem.
Im Lampenlicht drehte sich der Staub über dem Kessel, und ein Hausschuh auf dem Rohr wippte mit.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Das Auswringen des Handtuchs hatte Schnappnot gerade beendet, als ihm auffiel, dass die halbe Liegewiese mitgekommen war: grüne Halme an den Waden, grüne Streifen im Frottee, und in der engen Blechkabine roch es nach frisch gemähtem Gras statt nach Chlor.
Er zupfte, bis er es aufgab. Ein Halm klebte hartnäckig hinter dem Knie, ausgerechnet dort, wo er ihn selbst am schlechtesten sah.
An der Kabinenwand hing ein Erste-Hilfe-Kasten mit weißem Kreuz. Schnappnot wollte ein Pflaster für die aufgeschürfte Ferse, doch der Deckel fiel ihm entgegen, das Scharnier war seit Jahren nur mit vergilbtem Klebeband zusammengehalten. Also verarztete er erst den Kasten, sorgfältig, mit genau dem Pflaster, das eigentlich für ihn bestimmt gewesen war.
Dabei fiel ihm ein, wen er am Abend wiedersehen würde, und wie leicht ihn das machte. Er summte etwas, das nach diesem Nachmittag klang, klopfte den Takt gegen das dünne Blech und sang die Zeilen dreimal, damit sie blieben.
Die Kabinenwand gab tief zurück: wubb — wubb — wubb.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Kein böses Wort steckte mehr in dem Lied, als es fertig war — nur ein Wummern, bei dem die Schultern von allein nach unten rutschen.
Zwei Tage davor klopfte sich Schnappnot vergeblich das Brummen aus den Rippen. Es blieb drin.
Davor: Supermarktparkplatz, halb vier, zweiunddreißig Einkaufswagen, die er als Aushilfe zurückschob wie eine störrische Blechraupe. Aus einem dunkelgrünen Kombi drei Reihen weiter drückte der Bass so tief, dass die Wagengriffe klapperten und Schnappnot die Hosenbeine an den Waden zitterten.
Dazwischen stand seine Blechraupe, weil er sie im Takt hineingeschoben hatte, viermal vor, zweimal zurück, Hüfte inklusive. Der rote Mann verstummte. Die Frau blieb völlig ungerührt und wiederholte nur: acht.
Acht Euro für einen Kinderroller, fünfzehn hatte der Mann verlangt, sieben hatte sie geboten, und je lauter er wurde, desto ruhiger prüfte sie ihre Fingernägel. Schnappnot, ohnehin giftig vom Kistenschleppen, wollte etwas Scharfes rufen — dann übernahm der Bass.
Ganz am Anfang des Vormittags, beim Aufsperren, hatte er den Marktleiter gefragt, der schon zur Kühltheke ging: Wo geht Ärger eigentlich hin, wenn der Boden mitzittert?

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Ein Kind in gelber Regenjacke zog den Strohhalm zum dritten Mal aus dem Kakaobecher und ließ ihn zurückgluckern, bevor Schnappnot überhaupt begriffen hatte, dass sein Anschluss gestrichen war.
An jenem Freitag galt alles gleichzeitig: Gleis vier war leer, die Anzeige versprach siebenundfünfzig Minuten und behauptete dieselbe Zahl alle zwei Minuten neu, der Automat gab ausschließlich Zimttee, die Bank war kalt, der Becher des Kindes war halb voll, und die Zeit lag da wie eingeschlafen.
Also blubberte Schnappnot zurück. Erst nur als Antwort, dann mit Regel: Das Kind übernahm die tiefen, langsamen Blasen, er die kurzen dazwischen. Sie legten Pausen fest, verwarfen zwei Varianten, probten die Übergabe, tauschten einmal die Stimmen. Vierzig Minuten Arbeit, zwei leergesaugte Becher und ein Kakaoring auf Schnappnots Ärmel ergaben am Ende eine einzige Zeile, die vollständig aus einem Geräusch bestand.
Sie wussten nicht, wie der andere hieß, und hielten trotzdem den Takt wie eine Band, die seit Jahren zusammenspielt.
Als der Ersatzzug einfuhr, hob das Kind den leeren Becher und fand, er sei viel zu früh gekommen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Zweihundertvierzig Klappstühle standen in der Turnhalle, und der Vereinsvorsitzende sagte ins Mikrofon, für das Sommerfest brauche man Musik, bei der niemand einschlafe — also nicht die von Schnappnot.
Schnappnot bedankte sich freundlich für die Einführung und stellte sich neben die Hallentafel, wo der Hausmeister täglich ein Holzschild umhängte; das breiteste, zwei zusammengeschraubte Bretter, trug die beiden freien Tage und kam erst freitagabends an den Haken.
Beim ersten Versuch rauschte das Mikrofon, und nur die vordere Reihe hörte etwas; Schnappnot bedankte sich beim Rauschen und begann von vorn. Beim zweiten johlte jemand von hinten, ihm wurde heiß im Gesicht, er bedankte sich auch dafür — und merkte mitten im Satz, dass er selbst lachte. Beim dritten nahm er das schwere Doppelschild vom Haken, hielt es hoch und klopfte den Takt darauf, während er die Wochentage der Reihe nach ausrief.
Zweihundertvierzig Leute klopften zurück, erst zaghaft, dann alle gleichzeitig.
Der Hausmeister schloss um halb zwölf ab; die beiden Bretter blieben am Haken hängen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Der Saal wird jetzt gereinigt", sagte die Stimme aus der Decke zum dritten Mal, freundlich wie beim ersten Mal.
Schnappnot blieb sitzen. Er blieb immer sitzen, bis der letzte Name über die Leinwand gelaufen war, auch der des zweiten Beleuchters, auch der der Cateringfirma; daran war seit Jahren nicht zu rütteln, und keine Deckenstimme der Welt würde ihn dazu bringen, mitten in einer Danksagung aufzustehen.
Innen drin war es das erste Mal seit Montag ruhig. Die Woche hatte an ihm gezogen wie ein zu schwerer Rucksack, und jetzt fiel Riemen für Riemen ab. Er hatte sich fest vorgenommen, ein Lied zu bauen, das nach genau diesem Abfallen klang — laut, albern, mit zwei Wörtern darin, die niemand erklären kann.
Er probierte die beiden Unsinnswörter halblaut, erst das trällernde, dann das krachende. Der leere Saal warf sie ihm zurück, die rollenden L an die Leinwand, die gehämmerten Silben in die Sitzreihen; irgendwo hinter der Wand brummte ein Staubsauger im Takt mit.
Als der allerletzte Name verschwunden war, stand er auf.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Der Terrakottakübel hatte einen Sprung quer über den Bauch, den Schnappnot bislang für Zierde gehalten hatte.
In der Tiefgarage stand die Luft wie warmes Wasser. Der Aufzug hing zwischen zwei Stockwerken fest, und weil die Palme nicht drei Wochen im Halbdunkel stehen sollte, schob er sie eben. Etappenweise: anheben, drei Schritte, absetzen. Das machte Ruck, Stille, Ruck, Stille, und irgendwann kam sein Keuchen dazwischen und legte sich genau auf die Lücke, bis die Sache Takt hatte.
Auf dem Kotflügel eines Kombis lag eine dreifarbige Katze und drehte bei jedem Absetzen ein Ohr, immer im Nebenschlag, als kenne sie das Stück bereits.
Die grünen Wedel schrammten ihm übers Gesicht, die Erde roch nach heißem Staub. Etwas unhandlich, dachte er, für neunzig Kilo.
Oben auf der Rampe, im letzten Streifen Sonne, goss er sie. Die drei untersten Wedel waren braun; der Nachbar mit dem grünen Daumen hatte ihr höchstens noch einen Sommer gegeben. Schnappnot summte weiter und fand die Schätzung großzügig.
Die Katze rührte sich nicht, und ob sie mitzählte, blieb ihre Sache.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Zählen Sie ruhig nach: zweiundzwanzig Tassen habe ich an dem Morgen ausgeschenkt, wichtig geworden ist nur eine.
Schnappnot kam als Erster ans Frühstückszelt, Kapuze bis zur Nase, und stellte sich neben meine blecherne Kaffeekanne. Ich führe den Ausschank auf diesem Campingplatz, seit achtzehn Jahren Rentnerin, davor vierzig Jahre Bauaufsicht, und das hört man mir an. Ich fragte ihn, ob er den Vorgang Heißgetränk mit oder ohne Milchbeigabe zu beantragen gedenke.
Er lachte kurz, dann bewegten sich seine Lippen, und es kam nichts. Ich kannte das schon. Der Termin am Nachmittag, den er seit Tagen halb so wild nannte, saß ihm quer im Hals.
Er hielt sich den Dampf ins Gesicht, blies über den Rand, verbrannte sich prompt die Oberlippe, und statt eines Satzes kam ein Brummen heraus, dann Silben, dann ein Singsang über das dunkle, viel zu heiße Zeug in seinen Händen. Der Löffel klapperte den Takt an der Kanne.
Ich bewilligte die zweite Tasse mündlich und ohne Widerspruchsfrist.
Um zwanzig nach sieben stand der Refrain.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Im Materialraum des Kindergartens, hinter dem Bewegungsraum, zwischen Gymnastikreifen und einer Kiste Verkleidungskram, standen zwei Sandalen aus geflochtenem Bambus, steif wie Frühstücksbrettchen.
Der erste Anlauf war eine Frage. Rieke, die die Nachmittagsgruppe hatte und ihn seit Kindertagen kannte, sagte beim Aufräumen, sie wolle wissen, wo ihn der Schuh drücke. Schnappnot nahm das wörtlich, stieg hinein und meldete den Befund: linker kleiner Zeh, dritte Rille von außen, ein Drücken so hoch wie eine Flöte.
Der zweite Anlauf war ein Geräusch. Zwölf Schritte über Linoleum, und das Geflecht klapperte in einem Takt, den niemand bestellt hatte.
Der dritte Anlauf war reiner Übermut, weil der Tag gut gewesen war: Schnappnot hielt sich am Türrahmen fest, wippte und sang etwas Silbenhaftes dazu, das aus lauter Unsinn bestand und trotzdem stimmte. Rieke wippte zwei Takte mit, dann klemmte sie ihre Tasche unter den Arm und ging.
Er blieb, bis das Klappern von allein aufhörte. Es war still, es war leer, und es war auszuhalten.
Über der Garderobe brannte das Nachtlicht, und unter Haken sieben lag ein einzelner Bambushalm, quer.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Nachdem er beim Ausräumen eines Kellers großspurig versprochen hatte, in diesem Jahr jeden Umzug im Bekanntenkreis mitzutragen, stand Schnappnot im März zum ersten Mal auf einem fremden Dachboden, zwischen Kisten, Staub und sechs Erwachsenen, die sich für stark hielten.
Damit das Schleppen in Schwung kam, erfand er ein Hebekommando: drei gleiche Jubelsilben, ein kurzes Hey obendrauf. Er rief es über den Sperrmüll, bis die Dachbalken mitschwangen, und es wirkte. Im April rief die halbe Runde mit. Im Mai rief sie auch dann, wenn niemand etwas hochhob.
Bis zum Sommer war aus dem Kommando ein Ritual geworden. Man traf sich in Abstellräumen, stellte Flaschen auf einen umgedrehten Karton, rief einmal gemeinsam — und dann redete jemand vierzig Minuten über Reifendruck. Schnappnot rechnete im August nach: vier Wohnungen versprochen, ein einziger Schrank tatsächlich bewegt, dafür ein Ruf, der ihm nachts im Ohr klebte.
Beim letzten Termin klopfte er gegen den unbewegten Schrank und sagte in die Runde: „Wir haben uns beim Tragen leider ein Lied gebaut."


Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Wie genau hatte Großtante Meta gelacht, kurz bevor ihr die Wimperntusche den Hals runterlief?
Schnappnot suchte das seit acht Uhr, seit ein Anruf ihn sehr korrekt aufgefordert hatte, die Sache endlich mit dem nötigen Ernst zu behandeln. Aus Trotz: Kühlschranktür auf, Zimtglas geöffnet, Bass leise, drei Runden Küche im Rückwärtsgang. Die Erinnerung blieb weg.
Um Viertel nach elf klingelte der Ableser, ein fremder Mann mit Klemmbrett und Regenjacke, der zum Wasserzähler ins Bad musste. Zwischen Waschmaschine und Wanne kniete er sich hin.
Und dort, weil Schnappnot es nicht länger aushielt, machte er das alte Familienritual: Stirn an Stirn, bis drei zählen, wer zuerst zuckt, hat verloren. Der Mann mit dem Klemmbrett zählte tatsächlich mit.
Bei zwei brach er weg, mit genau diesem hohen Quietschen, Metas Quietschen. Beiden lief es warm über die Wangen, salzig, bis in die Mundwinkel, und die Tropfen fielen aufs Emaille.
Tock. Tock. Tock.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Anfang November, nach dem Sechsuhrläuten, stand die Seitentür der Dorfkirche noch offen: kalter Stein, Wachsgeruch, über der Kanzel eine Liedertafel mit sechs eingehängten Ziffern.
Schnappnot ging erst hinein, als draußen niemand mehr vorbeikam. Im Beutel die Ukulele, im Kopf ein Lied für jemanden, dem er das nie ins Gesicht sagen würde.
Die unterste Ziffer hing schief. Zwei Millimeter. Er rückte sie gerade, trat zurück, prüfte, korrigierte gegen. Nach elf Anläufen erklärte er die Sache mit der Miene eines Restaurators für gelöst.
Dann setzte er sich auf die vorderste Bankkante, griff ein Dur, das er sonst mied, klopfte mit dem Absatz einen stumpfen Takt auf die Kniebank und sang vier Silben dazu, die nichts bedeuteten und genau deshalb passten: Pillepalle. Das Gewölbe gab sie größer zurück, als sie verdienten. Er sang sie noch dreimal.
Draußen schlug es sieben. Schnappnot legte die Hand flach auf die Saiten, merkte, dass er rot geworden war, allein, und fragte in die leeren Bänke: Wie sagt man jemandem, dass einem alles andere egal ist, ohne dass es nach Ausrede klingt?

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Nicht Schnappnot eröffnete die Aufnahme, sondern ein Siebenjähriger in zu großen Gummistiefeln, der ins offene Mikrofon hinein den Verstärker begrüßte, dann das Klavier, dann den Notenständer, jedes Mal mit demselben doppelten norddeutschen Gruß, der ihm auf halber Silbe wegrutschte.
Dabei war der Nachmittag anders geplant. Schnappnot hatte im Probenraum unter der Bühne eine gerissene Kabelader zu löten und nebenbei auf Linus aufzupassen, der laut Absprache still auf der Kiste sitzen sollte. Nach zwanzig Minuten lag Schnappnot rücklings hinter dem Rack, beide Hände voller Litzen, und musste den Jungen bitten, ihm die Tasse an den Mund zu halten. Linus tat das mit großem Ernst und kippte nur wenig Kaffee ins Ohr. Weil man mit Kabeln in beiden Händen nichts abschalten kann, lief das Mikrofon die ganze Zeit weiter.
Als Schnappnot die Spur abhörte, stand der zerkaute Gruß immer noch darin und verlangte hörbar nach einem Takt darunter. Er bedankte sich nicht laut.
Herausgeschnitten wurde davon nichts.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
»Fertig«, sagte Schnappnot und ließ den letzten Kabelknoten an der Kiefer los. »Und jetzt rühre ich mich keinen Meter mehr.«
»Ein Lied«, sagte Mira zu Toni. »Eins. Dann trägst du den Korb zurück.«
»Zwei«, sagte Toni. »Aber ich bewege nur die Schultern.«
»Nur Schultern ist kein Handel.«
»Darf ich?« Schnappnot stand schon zwischen ihnen. »Das ist reine Technik. Ferse, Knie, Schulter.«
Der Bass setzte ein, und auf dem Lautsprechergitter hüpften die Kiefernnadeln im Takt.
»Man beginnt«, sagte Schnappnot, »mit einer kleinen Drehung aus dem —«
Er saß im Moos, bevor der Satz zu Ende war.
»Technik«, sagte Toni.
»Der Waldboden schwingt hier anders«, sagte Schnappnot. »Spürt ihr das nicht? Bis in die Sohlen. Der Knoten hält übrigens noch.«
Mira hielt Toni die Hand hin. Schnappnot sah den beiden zu, wie sie viel zu langsam wurden für die Musik, und dachte an jemanden, der weit weg genau diesen Takt im Ohr hatte.
»Du wolltest dich keinen Meter rühren«, rief Mira.
»Das«, sagte Schnappnot, dessen Fuß im Moos längst wieder wippte, »war vor dem ersten Ton.«

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Zweiundzwanzig Uhr zehn war das Lied fertig, gespielt auf dem Balkon gegen das Rauschen der Straße, Refrain zweimal, dann noch einmal leiser.
Eine Stunde davor hatte er noch am zweiten Vers geschoben, während aus den offenen Fenstern ringsum die Belege dafür hereinwehten: einer suchte seit zwanzig Minuten die Fernbedienung, einer ließ sich ein Kissen bringen, einer hustete so ausführlich, dass man an eine Abschiedsrede dachte.
Davor, am Nachmittag: vier Stunden, siebzehn Schrauben und ein Hochbeet, das am Ende weniger Erde fasste als die Obstkiste, die vorher dort gestanden hatte.
Und ganz am Anfang lag Schnappnot im Liegestuhl, Hals kratzig, Atmung etwas zu vernehmlich, als von unten aus dem Garten eine Frauenstimme kam, sachlich wie eine Durchsage: „Männer, oh Männer." Zwei Balkone weiter lachte jemand kurz. Er hielt dagegen, laut, mit einer Liste seiner Verdienste, und merkte mitten im dritten Punkt, dass er grinste.
Ob unten das Fenster noch offen stand, als er die erste Zeile ausprobierte, hat er nicht nachgesehen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Die Frau hinter der Imbisstheke quittierte jede Bestellung mit einem freundlichen „Okidoki", gleichmäßig, ohne jede Betonung. Schnappnot hatte Nummer dreiundsechzig, die Anzeige stand auf einundvierzig, und sie dachte nicht daran, sich zu bewegen. Um ihn herum drängte das ganze Straßenfest: Blechmusik vom anderen Ende des Platzes, Kinderwagen, Bierbecher, ein Hund, der einen Luftballon jagte.
Auf demselben Pflaster hatte er vor vielen Jahren zwischen Leuten gestanden, die er längst aus den Augen verloren hatte. Das tat nicht weh. Es war nur da, wie das Fett in der Luft.
Als die Gasflasche unter der Fritteuse anfing zu zischen und die halbe Schlange einen Schritt zurückwich, sagte die Frau nur wieder ihr „Okidoki", drehte den Regler zu und fragte den Nächsten nach Zwiebeln.
Da hörte Schnappnot es plötzlich als Takt. Bestellung, Okidoki, Bestellung, Okidoki. Bei Nummer neunundfünfzig wippte seine Schuhspitze mit, bei zweiundsechzig summte er.
Er nahm die Tüte, hob die Hand und schlenderte quer über den Platz davon.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Verzeihen Sie, wenn ich gleich kurz laut werde", sagte Schnappnot zu dem grauen Kater, der auf dem Heizkessel lag wie ein zu groß geratener Handschuh.
An diesem Abend galt im Heizungsraum alles gleichzeitig: dass oben zwei Nachbarn seit vier Stunden über die Mülltonnenordnung stritten, dass Schnappnot deshalb mit einem Topf Kürbissuppe drei Etagen hinuntergestiegen war, dass er den Topf auf die warmen Rohre gestellt hatte, dass es dort blubberte, dass es nach Muskat und gebratenen Zwiebeln roch, und dass er beschlossen hatte, genau jetzt und genau hier das faulste Lied seines Lebens zu schreiben. Eines ohne Drama. Eines, das man schmecken kann.
Der Kater fand das ebenfalls und stieg in Richtung Topfrand.
„Sie haben natürlich völlig recht", sagte Schnappnot, „aber ich bitte höflichst um einen Moment Geduld." Er hielt dem Tier den Holzlöffel hin, wartete, bis blank geschleckt war, und summte seinen Zorn so lange, bis nur noch dieselbe alberne Silbe übrig war, die auch der Topf machte.
Um 21:37 Uhr war der Topf leer, der Kessel warm und der Refrain fertig.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Hörte er seinen Namen zum zweiten Mal durch die nasse Fliesenluft, und rührte sich trotzdem nicht.
In der Kabine roch es nach Chlor und warmem Blech. Mirka stand irgendwo zwischen Reihe C und D und suchte ihn, und Schnappnot, barfuß, ein Bein noch in der Hose, dachte an die vier Monate Funkstille dazwischen, an den Geburtstag, an den er nicht gedacht hatte. Vier Monate, überschaubar, fand er. Andere schaffen Jahre.
Sagen konnte er nichts. Der Satz, den er brauchte, hatte keinen Anfang, jedenfalls keinen, der nicht sofort nach Ausrede geklungen hätte. Also gab er die einzige Auskunft ab, die ihm gehorchte: er summte, dann sang er, halblaut, ein paar Silben gegen die Kabinentür, und der geflieste Raum warf sie ihm doppelt zurück, als stünde jemand mit.
Unter der Tür lief ihm derweil eine Pfütze davon, quer über den Boden, bis vor ihre Füße.
Die Schritte hielten an. Er hörte sie lachen. Dann sagte sie: „Bleib ruhig noch drin. Ich setz mich hier auf die Bank."

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Der Stuhl ganz außen in der zweiten Reihe hatte ein zu kurzes Bein und knackte bei jeder Bewegung wie ein mürber Ast.
Schnappnot hatte den Verstärkerkoffer drei Treppen hochgetragen, weil der Aufzug abgeklebt war. Seine Waden brannten, der Puls schlug ihm bis hinter die Augen. Neben ihm eine Frau weit über achtzig, Handtasche auf den Knien, daneben ein Prospektständer, dessen oberstes Faltblatt ein einziges fettes Wort trug: Stress.
Beim ersten Sprung der Anzeige deutete sie auf drei heile Stühle. Er blieb sitzen. „Oje, oje", sagte sie.
Beim zweiten Sprung brachte ein Mitarbeiter einen Ersatzstuhl herüber. Schnappnot bedankte sich höflich und rührte sich keinen Zentimeter. „Oje, oje", sagte sie, deutlich lauter.
Beim dritten Sprung knackte das kurze Bein genau auf seinem Puls, und weil ihm ohnehin alles zu schwer war, wiegte er sich einfach mit. Die Frau hörte zwei Takte lang zu. Dann klopfte sie den Rest mit dem Taschenbügel dazu, und ihr drittes „Oje, oje" saß sauber auf der Eins.
Vor der Glastür drehte sich ein leerer Einkaufswagen einmal langsam um sich selbst.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
An Kasse drei, zwischen Feierabendbier und einer Tüte Möhren, rutschte Schnappnot der Hausschlüssel aufs Band und fuhr feierlich auf den Scanner zu.
Der Tag war gut gewesen, zum ersten Mal seit Wochen: alles abgearbeitet, nichts mehr im Nacken. Aus reinem Übermut fischte er den Schlüssel herunter, hielt ihn hoch wie ein Beweisstück und wandte sich an die Wartenden. „Hiermit ergeht Bescheid. Antrag auf unverzügliche Verbringung des Unterzeichneten an den Hauptwohnsitz: stattgegeben. Sofort vollziehbar, Widerspruch aussichtslos."
Aus der Schlange kam Gelächter, dann ein zweiter Bescheid über Chipstüten, ein dritter über Katzenstreu. Jemand klopfte mit dem Warentrenner einen Takt aufs Band, jemand summte dazu, und die halbe Kasse hätte in diesem Moment jeden Antrag durchgewunken.
Draußen schoben sie ihre Wagen in die Abendsonne. Schnappnot blieb am Kofferraum stehen, trommelte einen schleppenden Offbeat auf das Blech und brummte eine Melodie darüber, die nur eine einzige Richtung kannte, während der Schlüsselbund am Finger im selben Takt mitklingelte, bis die Klappe fiel: wumms.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Weil der Regionalzug dreiundzwanzig Minuten Verspätung hatte, kam ich auf Bahnsteig zwei mit Schnappnot ins Gespräch, der einen Weidenkorb auf den Knien balancierte. Er habe für den Kuchen am Sonntag zwölf Eier versprochen, sagte er, und die Pappkartons vom Hofladen hätten alle nicht geschlossen, zu groß sei jedes einzelne, die Deckel standen ab wie Klappmesser. Also alle zwölf lose in den Korb.
Ich sagte den Satz, den man da sagt: Man legt doch nicht alle Eier in einen Korb. Er nickte freundlich, hob den Korb hoch und legte das dreizehnte, das noch in seiner Manteltasche lag, ebenfalls hinein.
Dann klopfte er mit dem Fingerknöchel gegen die Schalen, einmal, zweimal, dreimal, immer schneller, und brummte etwas dazu, das gar nicht mehr aufhörte. Irgendwann sagte er, kaputtgehen würden sie sowieso, ob heute oder am Donnerstag, und ob ich wisse, wie man das nennt, wenn einer trotzdem dazu singt?

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Welche Ecke des Sportplatzes war es damals gewesen?
Erster Anlauf: nur einmal am Zaun entlanggehen, nichts anfassen, zehn Minuten. Zweiter Anlauf: doch über das Drehkreuz, weil das Tor quietschte und er niemanden wecken wollte. Dritter Anlauf: die Aschenbahn abschreiten, Schritt für Schritt, bis der Kalk der Mittellinie an seinen Schuhspitzen klebte. Vierter: hinlegen. Nur zur Kontrolle der Perspektive, wie er später behauptete.
Über dem Flutlichtmast stand der Mond so groß und ungerührt wie früher, und in der Pfütze vor dem Elfmeterpunkt lag er ein zweites Mal, zitternd, sobald Schnappnot den Fuß bewegte. Er redete sich ein, dass er nur wegen der Erinnerung fror. Nicht, weil ihn daheim seit Wochen niemand mehr so ansprach, dass es ihn wirklich meinte. Das sei ja nicht schlimm, sagte er halblaut in die Kälte, das sei ja normal.
Dann summte er, und das Summen wurde eine Zeile, und die Zeile wurde länger als geplant.
Die Ecke fand er nie — der Rest fand ihn.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Ab dem ersten Montag im Februar übernahm Schnappnot in der Stadtteilbibliothek den Dienst, den zwei Ehrenamtliche seit einer Viertelstunde hin- und herschoben: Frau Kubon wollte tauschen, Herr Alfers wollte nicht, und beide sprachen das Wort Montag aus, als müsste man es desinfizieren. Schnappnot legte die Hand aufs Ausleihpult und nahm ihn.
Zur Wahrheit gehört, dass montags fast niemand kam. Vier Stunden Stille, die ihm allein gehörten — auszuhalten, wenn man Übung darin hat. Er stellte die Gitarre zwischen Reisen und Ratgeber und arbeitete an dem F-Griff, der ihn seit Jahren auslachte: Zeigefinger quer über alle Saiten, Schnarren, nochmal. Woche um Woche. Dazu hatte er sich eine Zeremonie angewöhnt: den Wochentag flüsternd buchstabieren, bei jedem Buchstaben schnippen, das F irgendwo zwischen T und A dazwischenschmuggeln, was im Lesesaal ungefähr so unauffällig wirkte wie ein Blasorchester.
Im April griff das F sauber. Aus dem Klopfen gegen den Bücherwagen wurde ein Takt, aus dem Takt etwas, das eine Besucherin am Rückgabeschalter mitsummte.
Der Dienstplan weist ihn seither dauerhaft für den Wochenanfang aus.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Schnappnot hatte gerade den Reifen seines Fahrrads geflickt, unten auf Ebene minus zwei, wo jedes Geräusch dreimal zurückkommt. Über ihm, im vierten Stock, brannte ein Küchenfenster, und er hatte sich vorgenommen, heute Nacht mutig zu sein.
Zwei Stellplätze weiter warf ein Kind einen Tennisball gegen die Betonsäule. Es führte streng Buch: Rückläufer zählten nur, wenn sie ohne Nachhelfen zurückkamen. Vierunddreißig Fehlversuche, notiert mit Kreide, in Reihen wie bei einer Landesmeisterschaft.
Wurf fünfunddreißig kam über Bande und traf Schnappnot mitten auf die Brust.
Das Kind kam heran, prüfte den Aufprallpunkt wie ein Schiedsrichter und erklärte, so etwas passiere niemandem versehentlich. Das sei Vorbestimmung, da helfe kein Ausweichen.
Schnappnot klopfte den Ballrhythmus auf ein Garagentor, hörte den Beton mitsingen und legte eine Melodie darüber, zu laut für die Uhrzeit. Er sang, wer ihn finde, habe gar nicht gesucht — und der Hall trug es vier Stockwerke hoch.
Das Kind hob den Ball auf und ging. Schnappnot lief die Rampe hinauf, immer zwei Schritte zu schnell.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Ich glaube, ich habe das Telefon kaputtgemacht", sagte seine Mutter, und ihre Stimme kam so nah aus dem Hörer, dass sein Ohr warm wurde.
„Du redest gerade damit, Mama."
„Eben. Das ist ja das Verdächtige."
Im Büro summte seit vierzig Minuten der Kopierer, aus dem Flur schepperte eine Durchsage über einen falsch geparkten Wagen, sonst nichts. Schnappnot hatte längst alle Büroklammern nach Größe sortiert.
„Ich wollte dich eigentlich fragen, wie man das mit dem Formular macht", sagte er.
„Ach, mein Junge. Ich sitze hier und weiß auch nicht weiter."
Pause. Sie atmete, ihr Ring klackte am Gehäuse.
„Dann atme erst mal durch", sagte er. „Zuerst der linke Knopf, danach der obere."
„Seit wann bist du der Erwachsene?"
„Seit ungefähr jetzt."
Er hörte sie lachen, dieses kurze, schiefe Lachen, und weil ihm dazu nichts einfiel, sagte er nur, sie solle sich eine Jacke anziehen, draußen sei es kalt.
„Es ist Februar", sagte sie. „Es ist immer kalt."
Er summte etwas in die Leitung, ohne Worte, bis sie mitsummte. Die Uhr über der Tür stand auf 15:52.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
»Fertig«, sagte Schnappnot und ließ den letzten Kabelknoten an der Kiefer los. »Und jetzt rühre ich mich keinen Meter mehr.«
»Ein Lied«, sagte Mira zu Toni. »Eins. Dann trägst du den Korb zurück.«
»Zwei«, sagte Toni. »Aber ich bewege nur die Schultern.«
»Nur Schultern ist kein Handel.«
»Darf ich?« Schnappnot stand schon zwischen ihnen. »Das ist reine Technik. Ferse, Knie, Schulter.«
Der Bass setzte ein, und auf dem Lautsprechergitter hüpften die Kiefernnadeln im Takt.
»Man beginnt«, sagte Schnappnot, »mit einer kleinen Drehung aus dem —«
Er saß im Moos, bevor der Satz zu Ende war.
»Technik«, sagte Toni.
»Der Waldboden schwingt hier anders«, sagte Schnappnot. »Spürt ihr das nicht? Bis in die Sohlen. Der Knoten hält übrigens noch.«
Mira hielt Toni die Hand hin. Schnappnot sah den beiden zu, wie sie viel zu langsam wurden für die Musik, und dachte an jemanden, der weit weg genau diesen Takt im Ohr hatte.
»Du wolltest dich keinen Meter rühren«, rief Mira.
»Das«, sagte Schnappnot, dessen Fuß im Moos längst wieder wippte, »war vor dem ersten Ton.«

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
An Kasse drei, zwischen Feierabendbier und einer Tüte Möhren, rutschte Schnappnot der Hausschlüssel aufs Band und fuhr feierlich auf den Scanner zu.
Der Tag war gut gewesen, zum ersten Mal seit Wochen: alles abgearbeitet, nichts mehr im Nacken. Aus reinem Übermut fischte er den Schlüssel herunter, hielt ihn hoch wie ein Beweisstück und wandte sich an die Wartenden. „Hiermit ergeht Bescheid. Antrag auf unverzügliche Verbringung des Unterzeichneten an den Hauptwohnsitz: stattgegeben. Sofort vollziehbar, Widerspruch aussichtslos."
Aus der Schlange kam Gelächter, dann ein zweiter Bescheid über Chipstüten, ein dritter über Katzenstreu. Jemand klopfte mit dem Warentrenner einen Takt aufs Band, jemand summte dazu, und die halbe Kasse hätte in diesem Moment jeden Antrag durchgewunken.
Draußen schoben sie ihre Wagen in die Abendsonne. Schnappnot blieb am Kofferraum stehen, trommelte einen schleppenden Offbeat auf das Blech und brummte eine Melodie darüber, die nur eine einzige Richtung kannte, während der Schlüsselbund am Finger im selben Takt mitklingelte, bis die Klappe fiel: wumms.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Hörte er seinen Namen zum zweiten Mal durch die nasse Fliesenluft, und rührte sich trotzdem nicht.
In der Kabine roch es nach Chlor und warmem Blech. Mirka stand irgendwo zwischen Reihe C und D und suchte ihn, und Schnappnot, barfuß, ein Bein noch in der Hose, dachte an die vier Monate Funkstille dazwischen, an den Geburtstag, an den er nicht gedacht hatte. Vier Monate, überschaubar, fand er. Andere schaffen Jahre.
Sagen konnte er nichts. Der Satz, den er brauchte, hatte keinen Anfang, jedenfalls keinen, der nicht sofort nach Ausrede geklungen hätte. Also gab er die einzige Auskunft ab, die ihm gehorchte: er summte, dann sang er, halblaut, ein paar Silben gegen die Kabinentür, und der geflieste Raum warf sie ihm doppelt zurück, als stünde jemand mit.
Unter der Tür lief ihm derweil eine Pfütze davon, quer über den Boden, bis vor ihre Füße.
Die Schritte hielten an. Er hörte sie lachen. Dann sagte sie: „Bleib ruhig noch drin. Ich setz mich hier auf die Bank."

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
„Verzeihen Sie, wenn ich gleich kurz laut werde", sagte Schnappnot zu dem grauen Kater, der auf dem Heizkessel lag wie ein zu groß geratener Handschuh.
An diesem Abend galt im Heizungsraum alles gleichzeitig: dass oben zwei Nachbarn seit vier Stunden über die Mülltonnenordnung stritten, dass Schnappnot deshalb mit einem Topf Kürbissuppe drei Etagen hinuntergestiegen war, dass er den Topf auf die warmen Rohre gestellt hatte, dass es dort blubberte, dass es nach Muskat und gebratenen Zwiebeln roch, und dass er beschlossen hatte, genau jetzt und genau hier das faulste Lied seines Lebens zu schreiben. Eines ohne Drama. Eines, das man schmecken kann.
Der Kater fand das ebenfalls und stieg in Richtung Topfrand.
„Sie haben natürlich völlig recht", sagte Schnappnot, „aber ich bitte höflichst um einen Moment Geduld." Er hielt dem Tier den Holzlöffel hin, wartete, bis blank geschleckt war, und summte seinen Zorn so lange, bis nur noch dieselbe alberne Silbe übrig war, die auch der Topf machte.
Um 21:37 Uhr war der Topf leer, der Kessel warm und der Refrain fertig.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Wie genau hatte Großtante Meta gelacht, kurz bevor ihr die Wimperntusche den Hals runterlief?
Schnappnot suchte das seit acht Uhr, seit ein Anruf ihn sehr korrekt aufgefordert hatte, die Sache endlich mit dem nötigen Ernst zu behandeln. Aus Trotz: Kühlschranktür auf, Zimtglas geöffnet, Bass leise, drei Runden Küche im Rückwärtsgang. Die Erinnerung blieb weg.
Um Viertel nach elf klingelte der Ableser, ein fremder Mann mit Klemmbrett und Regenjacke, der zum Wasserzähler ins Bad musste. Zwischen Waschmaschine und Wanne kniete er sich hin.
Und dort, weil Schnappnot es nicht länger aushielt, machte er das alte Familienritual: Stirn an Stirn, bis drei zählen, wer zuerst zuckt, hat verloren. Der Mann mit dem Klemmbrett zählte tatsächlich mit.
Bei zwei brach er weg, mit genau diesem hohen Quietschen, Metas Quietschen. Beiden lief es warm über die Wangen, salzig, bis in die Mundwinkel, und die Tropfen fielen aufs Emaille.
Tock. Tock. Tock.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Nicht Schnappnot eröffnete die Aufnahme, sondern ein Siebenjähriger in zu großen Gummistiefeln, der ins offene Mikrofon hinein den Verstärker begrüßte, dann das Klavier, dann den Notenständer, jedes Mal mit demselben doppelten norddeutschen Gruß, der ihm auf halber Silbe wegrutschte.
Dabei war der Nachmittag anders geplant. Schnappnot hatte im Probenraum unter der Bühne eine gerissene Kabelader zu löten und nebenbei auf Linus aufzupassen, der laut Absprache still auf der Kiste sitzen sollte. Nach zwanzig Minuten lag Schnappnot rücklings hinter dem Rack, beide Hände voller Litzen, und musste den Jungen bitten, ihm die Tasse an den Mund zu halten. Linus tat das mit großem Ernst und kippte nur wenig Kaffee ins Ohr. Weil man mit Kabeln in beiden Händen nichts abschalten kann, lief das Mikrofon die ganze Zeit weiter.
Als Schnappnot die Spur abhörte, stand der zerkaute Gruß immer noch darin und verlangte hörbar nach einem Takt darunter. Er bedankte sich nicht laut.
Herausgeschnitten wurde davon nichts.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Zweiundzwanzig Uhr zehn war das Lied fertig, gespielt auf dem Balkon gegen das Rauschen der Straße, Refrain zweimal, dann noch einmal leiser.
Eine Stunde davor hatte er noch am zweiten Vers geschoben, während aus den offenen Fenstern ringsum die Belege dafür hereinwehten: einer suchte seit zwanzig Minuten die Fernbedienung, einer ließ sich ein Kissen bringen, einer hustete so ausführlich, dass man an eine Abschiedsrede dachte.
Davor, am Nachmittag: vier Stunden, siebzehn Schrauben und ein Hochbeet, das am Ende weniger Erde fasste als die Obstkiste, die vorher dort gestanden hatte.
Und ganz am Anfang lag Schnappnot im Liegestuhl, Hals kratzig, Atmung etwas zu vernehmlich, als von unten aus dem Garten eine Frauenstimme kam, sachlich wie eine Durchsage: „Männer, oh Männer." Zwei Balkone weiter lachte jemand kurz. Er hielt dagegen, laut, mit einer Liste seiner Verdienste, und merkte mitten im dritten Punkt, dass er grinste.
Ob unten das Fenster noch offen stand, als er die erste Zeile ausprobierte, hat er nicht nachgesehen.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Die Frau hinter der Imbisstheke quittierte jede Bestellung mit einem freundlichen „Okidoki", gleichmäßig, ohne jede Betonung. Schnappnot hatte Nummer dreiundsechzig, die Anzeige stand auf einundvierzig, und sie dachte nicht daran, sich zu bewegen. Um ihn herum drängte das ganze Straßenfest: Blechmusik vom anderen Ende des Platzes, Kinderwagen, Bierbecher, ein Hund, der einen Luftballon jagte.
Auf demselben Pflaster hatte er vor vielen Jahren zwischen Leuten gestanden, die er längst aus den Augen verloren hatte. Das tat nicht weh. Es war nur da, wie das Fett in der Luft.
Als die Gasflasche unter der Fritteuse anfing zu zischen und die halbe Schlange einen Schritt zurückwich, sagte die Frau nur wieder ihr „Okidoki", drehte den Regler zu und fragte den Nächsten nach Zwiebeln.
Da hörte Schnappnot es plötzlich als Takt. Bestellung, Okidoki, Bestellung, Okidoki. Bei Nummer neunundfünfzig wippte seine Schuhspitze mit, bei zweiundsechzig summte er.
Er nahm die Tüte, hob die Hand und schlenderte quer über den Platz davon.

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Anfang November, nach dem Sechsuhrläuten, stand die Seitentür der Dorfkirche noch offen: kalter Stein, Wachsgeruch, über der Kanzel eine Liedertafel mit sechs eingehängten Ziffern.
Schnappnot ging erst hinein, als draußen niemand mehr vorbeikam. Im Beutel die Ukulele, im Kopf ein Lied für jemanden, dem er das nie ins Gesicht sagen würde.
Die unterste Ziffer hing schief. Zwei Millimeter. Er rückte sie gerade, trat zurück, prüfte, korrigierte gegen. Nach elf Anläufen erklärte er die Sache mit der Miene eines Restaurators für gelöst.
Dann setzte er sich auf die vorderste Bankkante, griff ein Dur, das er sonst mied, klopfte mit dem Absatz einen stumpfen Takt auf die Kniebank und sang vier Silben dazu, die nichts bedeuteten und genau deshalb passten: Pillepalle. Das Gewölbe gab sie größer zurück, als sie verdienten. Er sang sie noch dreimal.
Draußen schlug es sieben. Schnappnot legte die Hand flach auf die Saiten, merkte, dass er rot geworden war, allein, und fragte in die leeren Bänke: Wie sagt man jemandem, dass einem alles andere egal ist, ohne dass es nach Ausrede klingt?

Lyrics sind nur für registrierte und eingeloggte Nutzer sichtbar.
Der Stuhl ganz außen in der zweiten Reihe hatte ein zu kurzes Bein und knackte bei jeder Bewegung wie ein mürber Ast.
Schnappnot hatte den Verstärkerkoffer drei Treppen hochgetragen, weil der Aufzug abgeklebt war. Seine Waden brannten, der Puls schlug ihm bis hinter die Augen. Neben ihm eine Frau weit über achtzig, Handtasche auf den Knien, daneben ein Prospektständer, dessen oberstes Faltblatt ein einziges fettes Wort trug: Stress.
Beim ersten Sprung der Anzeige deutete sie auf drei heile Stühle. Er blieb sitzen. „Oje, oje", sagte sie.
Beim zweiten Sprung brachte ein Mitarbeiter einen Ersatzstuhl herüber. Schnappnot bedankte sich höflich und rührte sich keinen Zentimeter. „Oje, oje", sagte sie, deutlich lauter.
Beim dritten Sprung knackte das kurze Bein genau auf seinem Puls, und weil ihm ohnehin alles zu schwer war, wiegte er sich einfach mit. Die Frau hörte zwei Takte lang zu. Dann klopfte sie den Rest mit dem Taschenbügel dazu, und ihr drittes „Oje, oje" saß sauber auf der Eins.
Vor der Glastür drehte sich ein leerer Einkaufswagen einmal langsam um sich selbst.
Für diese Auswahl gibt es derzeit nichts.
Wünsch dir einen Schnappnot-Song.
Was wünschst du dir? Hochzeitslied, Geburtstagslied, Lied für dein Kind, Lied für deinen Mann, Lied für deine Frau …
Zum Einreichen eines Wunsches bitte einloggen. Dein Dashboard bleibt offen.
EinloggenDer Musikgenerator befindet sich aktuell in der Beta und ist nur für angemeldete Nutzer verfügbar.
Du möchtest Beta-Tester werden? Trag dich in unseren Newsletter ein. Beta-Codes werden in regelmäßigen Abständen per Newsletter versendet.
Der ausführliche Schnappnot-Musikguide wird später hier verlinkt.
News
Aktuelle Diskussionen